Die klassische Hohe Schule – Alta Escuela

Unter dieser Reitweise versteht man die klassische Reitkunst in ihrer höchsten Vollendung, wobei  ihre Lektionen auf die frühere Kriegsreiterei zurückzuführen ist. Gerade das Spanische Pferd, mit seiner großen Lernbereitschaft und schnellen Auffassungsgabe eignet sich sehr gut für die Lektionen der Hohen Schule. Natürliche Verhaltensmuster, die man beim Weidegang eines Pferdes beobachten kann, wie z.B. Piaffe, Passage, bei Hengsten nicht selten der Spanische Schritt oder eine gestandene Kapriole, bringt man dem Pferd unter dem Sattel bei. Ziel dieser Reitweise ist es, die natürlichen Bewegungen per Kommando abzurufen und diese zu verlangsamen sowie in ein perfektes Gleichgewicht zu bringen.

Die Ausbildung eines Alta Escuela Pferdes dauert mehrere Jahre, wobei dem Pferd sowohl an der Hand, als auch unter dem Sattel die unterschiedlichen Lektionen beigebracht werden. Grundsätzlich werden hierfür nur Pferde verwendet, die eine hohe Intelligenz, eine ausgeprägte Sensibilität sowie die körperlichen Voraussetzungen mitbringen, um die Kunst der Hohen Schule erfolgreich zu erlernen.

Wie bei allen anderen Reitweisen basiert auch die Alta Escuela auf einer klassischen Dressurausbildung, wobei das Pferd lernt, Takt, Losgelassenheit, Anlehnung und Schwung unter dem Sattel zu entwickeln. Ziel ist es letzten Endes, das Pferd in der höchsten Versammlung zu reiten damit dieses sich auf der Hinterhand trägt und somit mit der Arbeit für die Sprünge über der Erde begonnen werden kann.

Typische Lektionen der Hohen Schule ist die Piaffe, der Spanische Schritt und -Trab, die Passage und Pirouette bis hin zur Levade, Courbette und Kapriole. Bis ein Pferd allerdings all diese Lektionen beherrscht sind viel Geduld, Ruhe und ein gutes Beobachtungsvermögen seitens des Ausbilders gefragt.

In der Real Escuela, der Königlichen-Andalusischen-Reitschule in Jerez de la Frontera, hat man die Möglichkeit die Alta Escuela in seiner Vollkommenheit zu bewundern. Zweimal in der Woche wird das Spanisch Pferd in seiner vollen Pracht sowohl unter dem Sattel als auch an der Hand dem interessierten Publikum präsentiert.