Der Berittene Stierkampf - Rejoneo

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der berittene Stierkampf, der in Spanien eine lange Tradition aufweist, verboten. Erst im Jahre 1923 wurde dieser wieder eingeführt und bis heute fortgeführt.

Für den Kampf werden unterschiedliche Pferderassen verwendet, wie zum Beispiel Lusitanos, Araber oder PRE´s. Am häufigsten sieht man allerdings in den Arenen Lusitanos, da diese im Gegensatz zu dem Pferd Reiner Spanischer Rasse preisgünstiger in der Anschaffung sind.

Die Ausbildung eines Stierkampfpferdes ist langwierig, denn neben der klassischen Dressurausbildung werden den Pferden zahlreiche Lektionen aus der Hohen Schule beigebracht, wie zum Beispiel der Spanische Schritt oder die Piaffe. Nach der dressurmäßigen Grundausbildung, beginnt die Arbeit mit einer Stierattrappe. Dies ist ein schubkarrenähnliches Gefährt mit Stierhörnern, mit dem ein Helfer den Angriff eines Stieres simuliert. Im Laufe dieser Arbeit zeigt sich, ob das Pferd einen ängstlichen oder mutigen und kampfbereiten Charakter aufweist und sich somit für den berittenen Stierkampf eignet. Um das Pferd an den Anblick eines Stieres zu gewöhnen ist der nächste Schritt, das Pferd gemeinsam mit einer jungen Kuh in eine Arena zu lassen. Hierbei konfrontiert man das Pferd mit den unterschiedlichen Verhaltensweisen einer Kuh, denn im Gegensatz zu der Stierattrappe, kann diese sehr aggressiv werden und sogar das Pferd angreifen. Das angehende Stierkampfpferd muss nun beweisen, dass es auch in kritischen Situationen die Nerven behält und immer auf die Hilfen des Reiters reagiert. Werden diese Kriterien erfüllt, steht einer erfolgreichen Karriere als Stierkampfpferd nichts mehr im Weg.

Um noch unerfahrene Stierkampfpferde an den Trubel, den ein Stierkampf mit sich bringt, zu gewöhnen, werden diese einige Male zu Veranstaltungen mitgenommen und bei der Eröffnung eines Kampfes eingesetzt. Hierbei werden die Tiere allerdings noch nicht mit einem Stier konfrontiert. Es ist ein weiterer Lehrprozess, wobei die Pferde mit der Atmosphäre in einer Stierkampfarena vertraut gemacht werden. Dies ist der letzte Schritt der Ausbildung eines Stierkampfpferdes. So wird es in naher Zukunft gelassen und souverän mit der Situation in der Arena umgehen können, sich ganz auf die Hilfengebung des Reiters konzentrieren und sich durch nichts ablenken lassen.

Mit jedem Erfolg steigt das Ansehen und natürlich auch der Wert eines Stierkampfpferdes. Deshalb kann es schon einmal vorkommen, dass ein Pferd nicht verkäuflich ist, weil es einfach unbezahlbar wäre.